zerstörtes Motorrad - Unfall

Hallo Alois!

Im letzten Jahr habe ich mit 2 Freunden an Deinem 3-tägigen Sicherheitstraining teilgenommen und wir waren uns einig, etwas gelernt zu haben.

Wenn auch der erste Tag mit den Enduros frustrierend war, weil wir einfach im Lenkeranschlag mit Gas und Bremse nicht so richtig durch den Parcour kamen, wurde es am Anfang des zweiten Tages noch schlimmer.

Einfach eine kleine 8 fahren, ohne dauernd auf die Ausleger zu knallen wollte einfach nicht so richtig funktionieren. So 2 - 3 Kreisel und dann mit Schwung auf die andere Seite und das gleiche Spiel von vorne.

Mit dem Abschluß waren wit dann einigermaßen versöhnt. Hintern raus, Knie raus und ab in die Kurve, das war Spaß. Am dritten Tag hast Du uns die Grenzen der Physik deutlich gemacht. Vollbremsung aus 100 km/h und - wie sinnlos es sein kann - auszuweichen.

Bei all diesem Fahrtraining hat uns (besonders meine Sozia und mich) Deine Darstellung über Unfälle und seine Folgen ins Grübeln gebracht. Deine Worte: "Wenn wir durch die richtige Ausrüstung die Folgen eines unvermeidlichen Unfalles nur um ein Grad senken ist schon viel erreicht."

Heute sitze ich als lebendes Beispiel am Computer und möchte mich bei Dir bedanken. Es war der 25. Mai 2001 und schönstes Wetter, so daß ich mit meiner Lebensgefährtin und Sozia beschloß eine Tour von Hemau nach Hallstadt zum Kaffeetrinken zu machen. Im Radio kam eine Nachricht über zwei Motorradgruppen, die am Vatertag in der fränkischen Schweiz ineinander gerast sind (2 Tote und Schwerverletzte).

Es war ca. 12:15 als ich durch ein Schild auf das Ende der Ausbaustrecke aufmerksam wurde. Da ich nicht wußte, wie die Verhältnisse sich ändern, reduzierte ich das Tempo auf ca. 80km/h und durchfuhr die folgenden leichten Kurven: erst leicht links, dann rechts und wieder links. Vor mit taucht ein Kiesellaster auf, der einen Großteil der Fahrbahn beanspruchte und ich ging nochmal vom Gas.

Plötzlich und nicht nachvollziehbar schert hinter dem Lkw ein Golf aus und blockiert meine Fahrspur.

Motorrad BremsspurJetzt machte sich das Training bezahit. Mit kontrollierter Vollbremsung legte ich einen Strich von 11 m Gummi auf die Straße, ohne Wackler oder Sturz.

Der Zusammenstoß war nicht mehr aufzuhalten und wir machten einen Abflug in eine Wiese (keine Leitplanken, kein Baum, kein Hindernis). Jetzt kam ein weiterer Punkt aus Deinem Training zum Tragen. Unsere persönliche Ausrüstung besteht aus dem Besten, das es zu kaufen gibt.


  • Integralhelme die wirklich passen und nicht wackeln
  • Lederkombis von Dainese mit Hartprotektoren in Schulter, Ellbogen, Unterarm, Knie und Unterschenkel
  • Zusätzlicher Rückenprotektor von Dainese lange Ausführung mit Nierengurt
  • Handschuhe von Held mit Knöchel und Unterarmprotektor
  • Daytona-Stiefel mit Protektoren für Knöchel und Schienbein

Nach ca. 25 m Flug landeten wit etwas unsanft in der Wiese und konnten uns beglückwunschen, noch zu leben. Meine Sozia hat sich den Mittelhandknochen des kleinen Fingers der rechten Hand gebrochen (Trümmerbruch) und ich habe mir den rechten Arm ausgekugelt und eine Rippe gebrochen. Sicherlich haben wir jede Menge blaue Flecken und Prellungen, aber ohne unsere Ausrüstung wären mehr Knochen zu Bruch gegangen.

Motorrad Unfall - Abflug in die Wiese
Die Polizei und auch die Ärzte waren erstaunt, wie glimpflich der Unfall ausging und unsere Ausrüstung gelobt. Was aus meinem Motorrad geworden ist siehst Du auf dem Foto unten. Übrigens, dem Golf fehlt jetzt die Hinterachse, die hab ich Ihm bei der Gelegenheit rausgerissen. Nochmals Danke für Dein gutes und engagiertes Training und die mahnenden Hinweise auf schlechte Ausrüstung.

Norbert M. Wedhorn und Margarete Schneider