Die Zeiten ändern sich! Wer sich nicht anpasst - verliert. Dies ist ein Grundsatz, den das Leben schreibt.
Auch unsere Trainingsabläufe sind ständigen Veränderungen ausgesetzt. Die Fahrzeug- und Reifentechnik
wird immer leistungsfähiger und Grenzbereiche werden dadurch verschoben. Diese Tatsachen sind für uns
keine besondere Herausforderung. Das war schon immer so.
Was sich in den letzten Jahren aber drastisch
verändert hat, ist das Durchschnittsalter der Motorradfahrer und deren Fahrpraxis. Vorbei sind die
Zeiten wo täglich bei jedem Wetter mit dem Motorrad gefahren wurde. Viele fahren nun im Jahr weniger
als 2000 Motorradkilometer. Mit dem ansteigenden Alter sinkt natürlich auch die körperliche Leistungs-
und Lernfähigkeit. Diese Faktoren erfordern ständig innovative Trainingsmethoden, die wir jedem
Teilnehmer bieten können.
Was sich nicht verändert hat, ist das einzigartige Gefühl der Freiheit und die Dynamik, die nur das
Motorradfahren - unabhängig vom Alter - vermitteln kann.
Warum ich die MS² gegründet habe
Sich motorisiert fortbewegen auf dem Land und in der Luft, speziell aber das Motorradfahren, hat mich als
Kind bereits begeistert. Erste Erfahrungen auf zwei Rädern konnte ich schon als Jugendlicher sammeln. An
die meisten so entstandenen blauen Flecken kann ich mich noch ganz genau erinnern. Rennen gewinnen
war mein nächstes Ziel, aber das sollte noch eine Weile dauern.
Aus Freude am Fahren habe ich alle Führerscheine gemacht und eine Lehre als KFZ- Mechaniker absolviert.
Nebenbei habe ich die gebeutelte Rennfahrerkasse als Lkw- und Busfahrer, so gut es ging, aufgefüllt.
Als ehrenamtlicher Sanitäter und Feuerwehrmann machte ich leider öfter auch mit der Schattenseite des
Straßenverkehrs Bekanntschaft. Diese Zeit hat mich sehr geprägt - hatten doch viele Unfälle nichts mit
der Raserei zu tun, die man uns nachsagt. Anfangs dachte ich noch, dass Unfälle nur von jungen
Verkehrsanfängern verursacht werden. Wenn aber Menschen wie z.B. Mütter, Väter, Polizisten,
Staatsanwälte oder Richter, von denen man erwartet, dass sie alles richtig machen, Unfälle verursachen,
sollte man nachdenken.
Aber selbst bei meiner Fahrlehrerausbildung war wenig vom Umgang, mit der im Straßenverkehr alltäglichen
Unfallproblematik, zu hören. Als junger Fahrlehrer wollte ich dann so ein kleinwenig mithelfen
"die Welt zu verbessern" und meine Erfahrungen in die Ausbildung mit einbringen. Nur das funktionierte
nicht, war ich doch gebunden an die "Fahrschülerausbildungsordnung". Dabei habe ich viele sogenannte
Verkehrsexperten kennen- gelernt, die besser ihren Führerschein (wenn vorhanden) abgeben sollten!
Meine Pilotenausbildung war anders!
Da stand Verhalten in Notsituationen und der Umgang mit den menschlichen Fehlerquellen an erster Stelle!
Human Performance and Limitation ist ein Ausbildungsfach, das aufzeigt, welche Einflüsse ausschlaggebend
sind, dass Menschen Fehler machen und warum die eigene Motorik plötzlich streikt, wenn Angst und Panik
eine Stress-Situation beeinflussen. Dabei lernt man auch, dass mangelhaftes Können und die daraus
entstehenden Unsicherheiten das Risiko zusätzlich steigern - unabhängig vom Alter.
Was wir Motorradfahrer brauchen, ist eine praxisorientierte Ausbildung und das Wissen, das es uns
ermöglicht Unfälle im Vorfeld zu vermeiden und natürlich viel Übung!
Was wir nicht brauchen, sind überzogene Geschwindigkeitsbegrenzungen und Streckenverbote!
In diesem Sinne - Allen eine sorgenfreie Motorradsaison.