Ein Bericht von BikerPeterS

Als wir an einem gemütlichen Winterabend im Dezember 2004 zusammen saßen und das schlechte Wetter wiedermal um unser Haus tobte, kam in uns die Frage nach dem Sommerurlaub 2005 auf. Da wir unseren Sommerurlaub 2004 ohne Mopeds gestaltet hatten und während dieser 14 Tage eigentlich ständig das Feeling der Schräglage vermißten, war schnell klar, dass es ohne unsere Bikes ganz sicher nicht auf Reisen gehen würde. Somit mußte eigentlich nur noch überlegt werden wohin es gehen sollte. Dabei raus gekommen ist Slowenien, doch einige von euch werden sich jetzt sicher fragen, wie wir denn auf diese Idee gekommen sind. Nun ja, schuld daran war MS2 (Die Motorradschule von Alois Rausch), denn beim Stöbern auf deren HP stolperte ich über das Angebot für eine Enduro-Einsteiger-Tour durch die Slowenischen Berge. Nachdem wir die Beschreibung zu dieser Veranstaltung nochmals studiert hatten, war es klar, dass wollen wir probieren. Also starteten wir eine Anfrage nach freien Plätzen für die 4-tägige Reise und buchen diese schließlich. Da nun feststand, dass wir 4 Tage unseres Sommerurlaubs in Slowenien verbringen würden lag es nahe bei der Gelegenheit auch weitere Teile des Landes mit unseren Straßenmopeds zu entdecken. Um uns ein Bild von den Möglichkeiten zu machen, kauften wir ein paar Reiseberichte in Buch- bzw. Zeitschriftenform und betrieben einige Recherchen im Internet. Da die so erhaltenen Information durchweg positiv waren gingen wir zur genaueren Planung über. Was hieß, dass als erstes Mal eine Unterkunft für die ersten 5 Nächte her mußten, denn danach hatten wir ja Zimmer über die gebuchte Enduroveranstaltung. Stellte sich nur die Frage, wie wohl die Hotels in Slowenien sein würden? Klar Slowenien ist der oberste Teil des ehemaligen Jugoslawien und weil dieser Teil nichts mit dem Krieg am Hut hatte gingen wir davon aus, dass es dort schon reichlich Unterkünfte geben würde. Aber wie würde es mit dem Standard ausehen? Vergleichbar mit Deutschland oder Österreich? Hm, zu dem Zeitpunkt fanden wir darauf keine Antwort und somit erschien es sinnvoll ein Zimmer in Österreich, möglichst dich an der Grenze zu Slowenien zu nehmen, um dann von dort auf Tagestouren den oberen Teil Sloweniens zu erkunden. Ein Gasthof in Unterberge bei Ferlach bekam den Zuschlag, denn von hier aus sind es nur wenige Kilometer über den Loiblpass nach Slowenien. Für die restlichen Nächte unserer Reise buchten wir im Vorfeld keine Herberge, denn nach der MS2-Geschichte wollten wir spontan entscheiden können, ob wir noch Richtung Südtirol oder Italien weiterziehen würden. Tja im Bezug auf die Planung gibt es dann nur noch zu erwähnen, dass ich im Vorfeld schon ein paar Touren für die ersten Tage ausgearbeitet hatte. (...)

08.09.2005
Ab 12.00 Uhr wollten wir in Črna sein. Von diesem Ort aus sollten die, bei MS2 gebuchten, Endurotouren los gehen. Da wir selbst mit Auto und Anhänger für die ca. 80 km nicht ewig brauchten, konnten wir zunächst schön ausschlafen und ganz in Ruhe die restlichen Sachen verpacken. In Črna fanden wir das von MS2 gebuchte Hotel recht schnell. Da wir die ersten der Truppe waren hatten wir viel Zeit um unseren Anhänger mit samt Mopeds, die wir in den folgenden Tagen ja nicht brauchten, im Hinterhof des Hotels abzustellen sowie unsere Zimmer zu beziehen. Es dauerte noch ca. 1 Stunde, bis Alois (Chef von MS2) mit dem Rest der Truppe und den Mopeds ankam.

Motorräder abladen vor dem Hotel
Wie vorher besprochen waren wir alle bereits in unseren Mopedklamotten und startklar als Alois mit dem Entladen der Bikes fertig war. Nun folge noch eine kleine Einweisung in die Enduros und schon konnten wir zu unserer ersten Offroad - Tour in die Berge Sloweniens aufbrechen. Die von MS2 dafür bereit gestellte Honda 230 F läßt sich sehr gut fahren, ist im Handling angenehm leicht und jeder von uns war überrascht wie phänomenal diese Enduros sowohl auf der Straße als auch auf Schotterpisten unterwegs sind. Auf der ca. 3,5 Stunden langen Tour ging's vom Hotel aus zum Tanken und dann schon nach wenigen Metern auf die ersten unbefestigten Wege. Die von Alois dann gewählten Strecken waren passend zur Tourenbeschreibung, also für Enduroeinsteiger voll geeignet. Dadurch konnte jeder von uns sich ganz in Ruhe mit der 230 F und dem losen Untergrund vertraut machen. Zurück am Hotel kamen die Mopeds in die Garage und wir genossen die Dusche, sowie frische Klamotten. Beim gemeinsamen Abendessen und danach sprachen wir über die ersten Eindrücken. Insgesamt hat es allen schon zu diesem Zeitpunkt sehr gut gefallen, doch es wurde auch klar, dass nicht jeder sich sofort auf den Schotter - und Waldwegen wohl gefühlt hat. Alois erklärte uns daraufhin, dass er am kommenden Tag eine richtige Einweisung in die Fahrtechniken für derartige offroad Bedingungen machen würde.
09.09.2005
Der Tag zwei auf der 230 F begann mit einem anständigen Frühstück und kurz danach waren Vanessa und ich zusammen mit Gudrun, Thomas, Werner, Michael und natürlich Alois auch schon wieder in den Bergen unterwegs. Wir hatten ca 30 min lang Offroadfeeling gespürt, als Alois stoppte und seine angekündigte Einweisung vornahm.
Nachdem er uns die grundlegenden Dinge fürs Enduro fahren vermittelt hatte, mußten wir versuchen, das so eben gehört praktisch umzusetzten. Dazu fuhren wir einzeln durch eine Kurve während Alois uns beobachtete.
Motorräder Einweisung in SlowenienAlois erklärt worauf es ankommt!
Motorradtour durch Slowenien
Anschließend analysierte er das Gesehene und jeder bekam weitere Tip worauf er achten sollte. Mit so vermitteltem Wissen hieß es üben, üben und nochmals üben. Gelegenheit hatten wir auf der Weiterfahrt dazu ausreichend, den es folgten alle möglichen Wege.

Es ging über Wald und Wiesenstrecken, genauso wie über Schotterpisten und entlang wunderschöner Ausichtspunkte.

Unsere Mittagspause machten wir auf einem der Berghöfe, von denen viele eine Brotzeit anbieten. Es ist zwar nicht gerade billig aber dafür wirklich gut.

Auf einem rustikalen Tisch bekamen wir frisches Wasser, frisches Brot mit Hüttenkäse und eine riesige Wurstplatte serviert, so das jeder mehr als satt wurde.

Mit vollen Bäuchen machten wir dort weiter wo wir am Vormittag aufgehört hatten, beim Mopedfahren. Die gefahrenen Strecken waren vergleichbar und wir stoppten von Zeit zu Zeit um gemeinsam auf der Karte zu entscheiden wo es weiter lang gehen sollte. Auf diese Weise kam der Abend schnell näher und die warme Dusche tat mehr als gut, denn sie befreite uns vom Staub der letzten Stunden. Das Abendessen war dann so ziemlich die letzte Tat an diesem Tag bevor es tot ins Bett ging.

Motorradtour - Pause auf slowenischem Berggasthof Motorrad Tourenplanung in Slowenien
Streckenplanung auf Alois - Art!

Enduro Slownenien - Der Untergrund wurde loser!Der Untergrund wurde loser!

10.09.2005
Neuer Tag, neues Enduroglück. Im Grunde war es an diesem Tag der gleiche Ablauf wie am Vorherigen, nur das wir alle uns mittlerweile schon wesentlich besser kannten und somit die Gespräche am Frühstückstisch intensiver wurden. Kurze Zeit später saß jeder wieder auf der 230`er und wir brachen auf zu neuen Abenteuern. Da wir alle mittlerweile schon eine Menge von Alois gelernt hatten und uns mehr und mehr an die Kombination aus leichter Enduro und unbefestigtem Untergrund gewöhnt hatten, wurden die Strecken anspruchsvoller. Kurz gesagt, es machte einen riesigen Spaß, war irre lehrreich und von jedem, auch ohne Gelände - Erfahrung, sicher zu bewältigen.
Für diejenigen von uns, die sich schon mehr zutrauten, fügte Alois eine Art Sonderstrecke ein. Sie ging einen sehr schmalen, recht steilen Waldweg über dicke Wurzeln und Steine hinauf. Oben, sofern man dort angekommen wäre, mußte gedreht werden um dann auf dem gleichen Pfad wieder runter zu kommen. Hört sich gar nicht so schwer an, oder? Nun ja, dachten wir auch, doch außer Alois hat keiner den Weg bis ganz oben gesehen. Noch dazu war es sau anstrengend. Doch nicht das Fahren ansich, sondern das Drehen und Aufheben des Mopeds auf dem steilen, schmalen Weg, wenn wir es mal wieder nicht geschafft hatten.
Und so standen wir da alle und waren klatsch naß geschwitzt, aber hatten das gute Gefühl es versucht zu haben.
Motorradtour - Pause nach Steilauffahrt

Enduro Slownenien - Canyon! Enduro Slownenien - Pause auf einer WaldlichtungAlle waren ziemlich fertig, aber auch stolz!

10.09.2005
Im weiteren Verlauf der Tour folgten tolle Strecke durch tolle Gegenden, wie diesem Canyon.

Zur Stärkung legten wir unsere Mittagspause in einem Flughafenrestaurant ein und durch diese tolle Atmosphäre inspiriert war unser Gesprächsthema ausnahmsweise nicht Moped fahren, sondern die Fliegerei und Alois erzählte uns eine Menge interessante Dinge über sein Hobby. Nebenbei erwähnt, das Essen war mehr als spitze.

Am Nachmittag folgte dann für viele von uns das schwerste Stück Strecke an diesem Tag. Es war ein Waldweg auf dem wirklich große Felsen und Gesteinsbrocken aus dem Boden ragten Wir nahmen diese Verhältnisse hin und fuhren eisern hinter Alois her, doch ganz rauf schafften wir es nicht, denn an einem steilen Stück kam eine 90 Grad Kehre nach der es erst richtig steil wurde. Der Erste direkt hinter Alois machte einen kleinen Fehler und kam den Berg nicht hoch. Die Folge war, daß wir alle ins stocken gerieten und nichts mehr ging. Alois kam zurück gefahren und meinte sinngemäß: Hey, was macht ihr denn? Ist doch nur ein kleiner Berg an dem die Steine rum liegen und beißen werden sie euch auch nicht! Also einfach ersten Gang einlegen und gleichmäßig bei mittlerer Drehzahl locker den Hügel hoch brubbeln! Ja nä, ist klar meinten wir. Wir versuchten es der Reihe nach und siehe da, er hat mal wieder Recht gehabt. Tja mit Mopeds kennt der Alois sich halt aus. Trotzdem waren wir alle froh, daß wir oben waren und machten erst mal eine kleine Pause auf einer Lichtung.

Der Rest dieser Tagestour war dagegen ein Kinderspiel, denn wir wurden alle immer sicherer auf den Schotterpisten. Viel hatten wir an diesem zu schnell endenden Tag erlebt und freuten uns schon auf den nächsten.

11.09.2005
Den letzten Endurotag mit Alois empfanden wir eher als ruhig, denn durch die Aktionen am Vortag konnte uns nichts mehr schocken. Zudem führten uns die gewählten Routen mehr durch landschaftlich schöne Gegenden, als steile Berge hinauf. Bis ca. 14.00 Uhr hatten wir Zeit um Feldwege zwischen schönen grünen Wiesen zu nutzen. Und immer wieder tolle Ausblicke zu entdecken.

Wo Wiesen sind gibt es natürlich auch Muhkuhs und damit diese nicht weglaufen können versperren Tore, die man getrost öffnen kann, die Wege. Wichtig ist nur sie wieder zu schliessen, denn sonst gibt es Ärger mit der mehr als freundlichen Bevölkerung.

Unsere letzte gemeinsame Mittagspause bestand wie am ersten Tag aus einer slowenischen Brotzeit auf die sich Werner schon den ganzen Tag freute, denn im Gegensatz zu allen anderen machte er dieses Training schon zum zweiten Mal mit und wußte somit was auf uns zu kam. Schon direkt nach der Ankunft wußten wir was er meinte, denn der Pausenplatz war wirklich hervorragend.

Hügel und Weiden sind typisch für das wunderschöne Slowenien Slowenien, eine schöne Terrasse mit Sonnen und Schattenplätzen
Eine schöne Terrasse mit Sonnen und Schattenplätzen

Nach der Stärkung ging es auf fast direktem Weg zurück zum Hotel. Hier war Sachen packen und duschen angesagt, während Alois die Bikes in seinen Anhänger lud. Schließlich mußten wir nur noch unsere Getränke der letzten Tage begleichen und dann hieß es Abschied nehmen, denn Alois und die anderen fuhren gemeinsam zurück nach Deutschland, während Vanessa und ich in Richtung Dolomiten aufbrachten, da unser Urlaub zum Glück noch lange nicht vorbei war. (...)

BikerPeterS
http://www.bikerpeters.de