Ein Teilnehmerbericht von Stefan Fulroth

Suzuki GS500 Motorrad Training

Ich entdeckte eines Tages im Internet die Seite der Firma MS², die in Ihrem riesigen Angebot auch ein Schräglagentraining anbietet. Da ich nun seit ca. 15 Jahren Motorrad fahre, dachte ich mir das ist genau mein Ding. Ich kann endlich mal extrem Kurven fahren ohne an die Ersatzteil(preis)liste von KAWA denken zu müssen. Außerdem dachte ich so bei mir, vielleicht kann dir dann auch mal einer das mit dem Knie auf der Straße erklären. Also suchte ich mir einen Termin im Juli aus, mit "Schön-Wetter" Garantie. Endlich war es soweit, und es war Sonntag der 16. Juli 2000 und es regnete!!! Ich fuhr also morgens (mitten in der Nacht) nach München und dachte so bei mir na ja dann üben wir halt im Regen, ist vielleicht auch nicht schlecht, obwohl das mit der Schräglage nur halb so wild sein wird. Auf dem Trainingsplatz angekommen traf ich dann auch den Rest der Gruppe. Sie bestand aus einem Ausbilder, der auf den Namen Christian härte, eine Familie Susanne, Uwe und Baby (3 Monate alt, nahm am Training aber nicht teil), Babet und mir. Wir waren nun alle sehr gespannt, was uns so den ganzen Tag bei diesem Wetter erwarten wird. Der erste Teil des Trainings, eine kleine 8 fahren, war reine "Handling-Sache", alle stöhnten und keiner fand diese Übungen wirklich einfach. Nach ca. 3 Stunden haben wir die Physik so einigermaßen verstanden und die Übung konnte flüssiger gefahren werden. Am Nachmittag baute uns Christian eine etwas größere 8 auf und erklärte uns die Unterschiede zwischen "Drücken; Klassisch; Hang off". Wir fingen mit geringer Schräglage (laut Christian) an, wir fanden das im Nassen schon beachtlich.
  
Nach etwas Üben wurde die Schräglage erweitert und wir freundeten uns immer mehr mit einer bestimmten Technik an. Natürlich "hang off". Wir übten wie man es von fleißigen Schülern erwartet und nach ca. 1,5 Stunden musste uns Christian Schleifpads ans Knie kleben und noch mehr Schräglage einstellen. Was morgens keiner für möglich hielt funktionierte auf einmal. Wir fuhren bei Regen eine Kurventechnik, die ich mir vor diesem Training nie zugetraut hätte (auch im Trockenen nicht). Kaum war das Knie am Boden stieg der "Fun-Faktor" ins Unendliche (trotz Regen).

Fazit:
Die Haftgrenze eines Motorrades zu erfahren ist mit Geld nicht zu bezahlen. Ich hätte nie gedacht, wie viel Schräglage von Nöten ist bis das Hinterrad rutscht. Man kann dieses Training nur Jedem ans Herz legen, egal wie lange man schon Motorrad fährt und egal wie eingebildet man von seinen Fahrkünsten ist. Hinterher wird die eigene Meinung mit Sicherheit eine Andere sein. Ich für meinen Teil werde im nächsten Jahr auf jeden Fall noch ein Training besuchen.