von den Kesselbergverbrechern

Endlich haben wir es geschafft und die Zeit war reif für unser Kurventraining!
Der Wetterbericht meldet Sonne, Sonne pur, Hitze und garantiert kein Regen. Da es die Tage davor auch nicht unbedingt kalt war hatte ich die Nacht entsprechend schlecht geschlafen, aber da das Training 8.30 Uhr beginnt, hieß es heute "zeitig aufstehen". Schlechter Schlaf sei Dank bin ich halb sechs aufgestanden und habe den Tag gemütlich begonnen, etwas Müsli zum Frühstück und Rucksack packen. Sonne pur war gemeldet, also nahm ich zur Sicherheit mal 3 Liter Wasser mit, keine so schlechte Entscheidung, wie ich später bemerkte.

Es ging dann rüber zu Lars der schon auf mich wartete und das obwohl ich 10 Minuten zu Zeitig war... aber er war wohl auch aufgeregt. Von ihm ab zu Oli und mal schauen ob sein Mopped wieder läuft, am Tag vorher gab es schon eine Befehlsverweigerung des Sportgeräts. Schnelle Ernüchterung bei Oli, die Karre läuft... warum auch immer. Also ging es los über die Autobahn Richtung Passau, dort am Ende etwas zu Zeitig abgebogen und schon standen wir in Forstinning, da wir nun kein Plan hatten wo wir genau hin mussten hieß es erstmal die Anfahrtsbeschreibung prüfen. Während Lars das machte überlegte sich die Karre von Oli das sie bei der Hitze kein Bock auf Arbeit hat und stellte die Arbeit gleichmal ein, man könnte sagen sie ging in den Streik für besseres Fahrverhalten. Da wir nun keine Zeit hatten hier lange zu warten stieg Oli also bei Lars auf uns war nun erstmal Sozius, ein sehr "schönes" oder eher gewöhnungsbedürftiges Bild, wenn man hinterher fährt. :)

Schräglagentraining mit Christian
Den restlichen Weg haben wir eigentlich ganz gut gefunden, man könnte sagen das die Wegbeschreibung ausreichend ist :) Nachdem man denkt man ist total auf dem falschen Hof, fährt man einfach hinter ein großes Haus und sieht dann eine groß asphaltiertes Gelände, eine Strecke die sonst zum Go Kart fahren genutzt wird. Nun hieß es also Karren abstellen, Sonne genießen und warten bis alles beginnt, wir waren ca. 20 Minuten zu Zeitig da.

Irgendwann traf dann auch der "Trainer" ein, baute seinen "Wohnwagen" und unseren Sonnenschutz auf und stellte schon mal Kaffee und Tassen bereit, von da an wussten wir "hier kann gar nix mehr schief gehen", aber weit gefehlt, es ging sogar sehr schief ;) Nachdem dann noch die anderen zwei Teilnehmer aufschlugen konnte es dann losgehen.

Wir starten also erstmal mit einem netten Plausch und Theorie um was es heute überhaupt gehen sollte, dazu gehörte natürlich das Geplänkel wer was wie lange schon fährt. Das Arbeitsgerät für den Tag war eine Suzuki GS 500, modifiziert mit "Flügeln" so das man kaum umfallen kann.

Die erste Übung lies dann auch nicht lange auf sich warten, zwei Pylonen im Abstand von ca. 5 Meter hieß es mit einer 8 zu umfahren, natürlich wurde das Mopped vorher auf dem Flügel geparkt und musste erstmal durch Fahrt hochbekommen werden. Die Aufgabe wurde das erste mal von allen Schlecht oder gar nicht gemeistert ;) Es fehlten halt noch ein Paar Tricks, nach der nächsten Theoriestunde sah das ganz ganz anders aus, "kurz" die Tricks erklärt, was man wie wo machen könnte und dann hieß es üben. Die Tricks im Kopf klappte es bei allen shcon wesentlich besser und jeder merkte auch urplötzlich das es sehr schnell sehr anstregend werden wird.
Motorrad Training

Nachdem alle gute Ergebnisse geliefert hatten wurde dann der Schräglagenwinkel verstellt, erst eine Stufe und alles war noch ok, dann noch eine Stufe und man merkte beim "Aufsteigen" schon deutlich das nun etwas mehr Schräglage im Spiel ist, das ganze wohl bemerkt bei Geschwindigkeiten unter 15 km/h.
Langsam wurde die große Acht aufgebaut und der Gottvater zog sich dann auch schon die Kombi an, von nun an wurde es ernst und wir bekamen erst mal eine Vorführung was denn so alles geht, er bezeichnete es mit "Ich möchte prüfen was die Reifen heute hergeben", er wollte wohl den Satz "Ich zeige euch was ich kann, Ihr heute nicht lernen werdet und in Jahren noch nicht drauf habt" vermeiden.

Schräglagentraining Einweisung
Also wurden die Flügel komplett eingeklappt und die Acht gefahren, oder wie man es nennen möchte. Schräglage max, Kurvenausgang mit wildem Drift und das ganze immer und immer wieder, es sah auf jeden Fall spektakulär aus und machte Lust auf die nächsten Stunden. Während die ersten meinten "das ist etwas viel", erwachte in anderen der Drang genau das zu testen und zu erleben.

Nun durften wir also ran, erstmal mit einem wirklich minimalen Winkel der Flügel der einem eher ein "naja... das blöde Ding setzt auf, schneller gehts noch nicht" in den Kopf holt, und von Fahrspaß ist man da noch weit entfernt. Hier noch die ein oder andere Technik erprobt und dann wurden die Flügel auch langsam gestutzt und es ging schiefer, schiefer, schiefer und schiefer.


Wir kamen dann auch zwangsweise zum Hangoff, immerhin fährt man damit bei gleicher Geschwindigkeit weniger Schräglage, hat somit noch Reserven und dann wurde dieser geübt, ich hatte den Part "Knie noch nicht ausstrecken" leider nicht wahrgenommen und so kam es früher oder später zu einem schleifenden Knie. TOUCHDOWN ! Auch wenn das Knie noch weit ausgestreckt war weil der Flügel nicht mehr zu lies war es schon ein geiles Gefühl, nichts was man auf der Landstraße braucht aber toll wars. :) Die Flügel wurden dann noch weiter gestutzt und ab da an gab es dann auch Fahrspaß pur, das Knie war am Boden und die Blickrichtung wurde verfeinert, schnell merkte man auch seine Fehler beim Blick und das äußerte sich dann ziemlich schnell in einem "Abflug".
Motorrad - Knie am Asphalt

Da das Flügelmotorrad so nicht abfliegen kann hieß das also Parken auf den Flügeln in einer Position die ein Motorradfahrer eher als bedrohlich einstuft, auf dem Rücken oder auf der Schulter liegend, oder mit dem Hintern über den Asphalt schlitternd. Es stellte sich auch langsam heraus wer welche Kurve lieber mochte und die Grundsatzfrage wie "mit welcher Hand schreibst du?" wurde nebenbei geklärt. Lars legte in der Stufe dann beim Herausbeschleunigen auch die ersten Drifts hin, Dinge die man vorher nie für möglich gehalten hat. OK aber er zeigte und auch eindrucksvoll wie ein highsider entsteht, verhindert werden kann oder anders umschrieben wie man ein Motorrad zum Springen bringt. Zwei wilde Drifts endeten fast mit einem Highsider und da sind dann auch die Grenzen des Flügelmotorrades erreicht, ein Netz nach oben gibt es hier nicht und wer es krass übertreibt kann auch hier ordentlich stürzen.

Schräglagentraining Bayern
Dann waren wir auch schon bei der letzten Stufe angekommen, Flügel komplett eingeklappt bedeutet in dem Fall das man kurz vorm Sturz ist wenn der Flügel während der Fahrt aufsetzt, die Schräglage ist für die Reifen dann zu hoch, es hieß also nicht mehr vertrauen das einem das Stützrad rettet sondern "Fahren als hätte man es nicht und das am Limit". Hier hatte ich dann auch das ganze mit der Blicktechnik begriffen und nachdem in jeder Kurve das Knie am Boden war hieß es beim Beschleunigen Driften, das macht nicht schnell, bringt aber Fahrspaß pur. Es ist erstaunlich das man Drifts so einfach abfangen kann, wobei die GS 500 natürlich auch nicht die Leistung einer 1000er hat. In einer Kurve war ich zu langsam, aber mit dem Knie am Boden und siehe da es gelang mir den Rutscher auszugleichen und weiter gings mit der Acht. Oli hatte es in der letzten Runde auch geschafft das Knie permanent am Boden zu halten, wenn es nicht so anstrengend gewesen wäre hätte man ihn sicher von der Mopped prügeln müssen. Dies traf aber auf alle 5 zu, mittlerweile habe ich heute 5 Liter Flüssigkeit zu mir genommen und wer das nicht als Sport bezeichnet hat noch nie auf einem Motorrad gesessen und dieses am Limit bewegt.

An der Stelle Grüße an den Instruktor Christian, das war echt sau geil!

Fazit von uns: Absolut Empfehlenswert, es sollte jeder machen.

Mehr info unter www.kesselbergverbrecher.de