Ein Teilnehmerbericht von Christian Dathe


Anfahrt
Mittwoch Abend
Die Spannung steigt, ständig frage ich mich 'habe ich nun wirklich an alles gedacht?'. Zum wiederholten Male gehe ich im Zimmer hin und her, schaue mich um und komme mir dabei vor wie eine Frau: Die meisten Kleidungsstücke liegen in dreifacher Ausfertigung im Koffer, nur die Unterwäsche gibt's noch öfter, neben Zahnbürste, -pasta und Waschlappen sind Haut- und Sonnencreme, Deodorant, Parfum sowie Duschgel und Shampoo unabdingbar. Helm, Stiefel, Handschuhe + Werkzeug ist in einer Reisetasche sicher verstaut, zu den Asseccoires zählen zwei Sonnenbrillen, zwei Mützen, Digicam plus Ladestation, Handy plus Ladekabel, Ersatzvisier, Schlafsack, Taschenlampe und weitere überlebeswichtige Gegenstände!

Junger Donnerstag
Mittlerweile ist ein neuer Tag angebrochen, die Müdigkeit hat noch nicht eingesetzt und mein Plan, bis um drei Uhr schlafen zu gehen scheitert kläglich. Schließlich entscheide ich mich noch vor zwei Uhr los zu fahren, alles ist im Transporter verstaut, das Mopped wurde bereits am vorigen Mittag "angeschnallt". Gegen halb sieben ist das Zielgebiet nach drei Pausen (der Kaffee tat seine Wirkung, musste letztendlich den Körper dann doch wieder verlassen) und einer kleinen finalen Ehrenrunde erreicht. Schlafen auf dem Fahrersitz ist nur bedingt möglich, kurz nach halb acht treffe ich den "Reifenservice-Mann".

Setra Polizeibus, Renntransporter Mein Mopped wird auf dem Anhänger verstaut, das Gepäck im umgebauten ehemaligen Polizei-Bus (als Wohnmobil tituliert) abgelegt. Zwei andere Verrückte kommen an, auch ihre Moppeds werden aufgeladen. Insgesamt ist der Bus mit Anhänger ca. 22m lang, 7 Moppeds, 4 Gleichgesinnte und etwas Begleitmaterial treten die Fahrt nach Kroatien an!

Donnerstag Nachmittag

Rijeka bzw. das Fahrerlager ist nach ungefähr 7h Fahrzeit erreicht, hinter uns liegen nur ein paar Stops an den Grenzen. Frank (Riabi) bringt seine 900er Honda Fireblade und Robert eine Suzuki GSF-650 (fährt daheim eine Ducati 999S) mit. Staili, unser Chauffeur sowie Reifen- und Bierexperte aber auch anderweitig handwerklich begabt wird die folgenden Tage hauptsächlich Felgen neu bereifen und natürlich abends kräftig feiern!

Anmerkung: o.g. Spitznamen müssen bayrisch ausgesprochen werden. Der Donnerstag klingt ruhig aus - bei einem Bier sitzen wir mit unseren Wohnmobilnachbarn zusammen.


Freitag
Automotodrom GrobnikUm 8:30 ist Fahrerbesprechung für die Neulinge. Nach dem Zähneputzen gibts zum Frühstück einige Runden auf dem Kurs doch zunächst führt uns Alois (Gründer von ms2) an einige wichtige Streckenabschnitte und informiert uns über wichtige Details. Nachdem auch ich die letzten Meter geschafft habe werden die Gruppen 'zwei' und 'drei' festgelegt wobei die meisten "Neuen" in der langsamsten Gruppe 'drei' unterwegs sind. Ich finde mich in der zweiten Gruppe wieder, die erste Gruppe besteht aus den erfahrenen "Oldies", welche sich und ihr Mopped nicht zum ersten Mal durch die leicht überhöhten Kurven führen.
Irgendwann hat leider jeder Spaß ein Ende, so auch bei uns. 20 Minuten fährt jede Gruppe, 17:00 Uhr ist Schluss. Der Tag des Kennenlernens neigt sich dem Ende, ebenso die Nahrungsreserven vom Vortag. Darum wird dem "Metro" ein Besuch abgestattet und wie erwartet zu viel eingekauft .

Samstag

Der härteste Tag steht an. 9:00 Uhr ist Fahr-Beginn, 12:00-13:00 Uhr Mittagspause, danach gehts direkt weiter, d.h. sieben Mal ca. zehn Runden à ca 4,2km fahren. Den einen sieht man die Müdigkeit an da Pausen eingelegt werden müssen um den Körper nicht zu sehr zu belasten, den anderen wiederum ist die Belastung egal oder sie halten das aus - da zählt nur das kräftige Üben! In den letzten Minuten des Samstag-Trainings habe ich einige schöne Runden zusammen mit dem Fahrer einer gelben GSX-R 600 hingelegt.

Automotodrom Grobnik Abends waren wir (bis auf Staili) dann doch ziemlich müde und so gingen wir nach dem Grillen relativ früh ins Bett während der andere drüben bei den Ösis seine gute Laune zum besten gab. In der Nacht hörten Robert und ich einige Rumpler, das Bier hatte anscheinend sehr gut geschmeckt!

 

Sonntag

Für einige galt es nun Kräfte zu sparen, um Nachmittags (ab 15:00 Uhr) fit für das Rennen zu sein. Zwei der drei Durchgänge am Morgen fuhr ich noch und nachmittags nach dem Rennen einige Runden mit Riabi (Frank). Das Rennen ansich war unterteilt in "UHUs/Einzylinder/Frauen" und eine "offene Klasse". Der Sieger des Vorjahres dominierte die offene Klasse (letzter wurde sogar noch überrundet) innerhalb von acht Runden und einer hatte direkt beim Start Probleme, das Mopped ging aus! Schließlich fuhr er dennoch, laut und mit ein paar Wheelies, dem Feld hinterher.

Nach der Siegerehrung (meine Kamera litt leider unter Batterieversagen und somit waren keine Fotos mehr möglich) wurde zusammengepackt und letztendlich auch wieder gen Heimat gefahren.

Zitate
Robert (bezogen auf seine Freunde und sich, hat "erst" mit Ende 20 seinen Job): "Die Leute werden älter, und fangen's arbeiten an...".

Einer kommt mit Reifen zu unserem Bus: "Wo issn der Staili?".
Riabi (Frank): "Steht mei Mopped draußn?".
Der andere: "Nah".
Riabi: "Dann isser scheißn!".

Staili (an diversen Grenzen): "Mir san vier Leut un a Wohnmobil." (mit nem Bus und Gesamtlänge von über 22m!!!).

Fazit
Der Spaß war enorm, die Kosten leider auch in dieser Kategorie doch es hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich kann jedem nur ans Herz legen auch dorthin zu gehen denn neben Kameradschaftlichkeit kommt auch der Fahrspaß und die Sicherheit nicht zu kurz! Ich für meinen Teil werde so schnell wie möglich (vorr. September) schon wieder dabei sein!

Fotos und Bericht von Christian Dathe